In der Weihnachtsbäckerei…

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weihnachtsgebäck

In den letzten Jahrzehnten ist die Weihnachtsbäckerei stark industrialisiert. Jedoch kenne ich keine Familie, vor allem keine Familie mit Kindern, die sich diese besondere spaßige Vorweihnachtsfreude entziehen würde. Es macht Spaß! Es bringt uns mit Familie und Freunde zusammen! Es duftet! Es streut! Es ist so zauberhaft! Und m-m-m-m-m-m….. lecker!

Woher kommt diese schöne Tradition?

Ursprünglich war heutigen Weihnachtsgebäcks vermutlich das Julbrot (Opfergebäck für die Götter zum Julfest). Um die Götter zufrieden zu stellen, war das Gebäck mit verschiedenen Abbildungen von Tieren, Pflanzen, besonders wertvollen Gegenständen. Die ersten Ausstech-Formen findet man in Form einer Holztafel mit geschnitzten Figuren (und sogar als geschnitzte Figuren im Stein). Man hat das Julbrot besonders liebevoll geformt und mit dem feinen Aroma von Anis, Vanille, Zitrone, Zimt verfeinert.

Der uns bekannte Begriff „Plätzchen“ stammt vom „platt“, da der Teig platt gedrückt und dann mit der Form ausgestochen werden sollte.

Hier ist ein altes Rezept vom Springerle (in Franken Eierzucker)- einem traditionellen Festtagsgebäck aus Anis und Eierschaumteig:

„Nimm vom Mehl ein Pfund,
siebe es fein und stell es über Nacht ins Ofenloch.
Nimm ein Pfund trockenen Zucker und vier Eier,
aber große, zwei Eßlöffel aus ausgeblasen Anis – 

wenn Du’s fein haben willst,
sollst Du ihn im Ofen bähen.
vom alten Baselbieter Kirsch zwei Esslöffel
(lupf sie gut und vertreibt den Eiergeschmack). 

Zucker, Eier und Anis laß vom ältesten Buben rühren,
dann vom zweitältesten, dann vom dritten –

zusammen wenigstens eine halbe Stunde,
dann gib das Chrisiwasser (Baselbieter Kirsch) dazu,
schaffe das Mehl darunter und wirke den Teig auf dem Walkbrett,
bis er schön verbunden ist.
Wälle den Teig auf, aber nicht zu dünn,
und drücke mit Sorgsamkeit und Kraft die Model auf.

Hernach alles auf mehlbestäubtem Brett 24 Stunden
an die Wärme gestellt und bei schwacher Hitze backen.
Um sie schön weiß zu haben,
stäube vor dem Backen Mehl darauf und blase es hernach weg. 

Kriegen sie keine Füßchen,
so schimpfe die Buben aus oder die Magd:
war schlecht gerührt oder Durchzug in der Stube.
Springerle ohne Füßchen sind eine Ärgernuß.“

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Wir haben für Euch ein schönes Rezept rausgesucht, das uns selber sehr gut schmeckt. Da wir alle von Miss Vintage Team den Ingwer besonders in der Winterzeit als Gewürz sehr mögen, haben wir für Euch leckere Ingwer-Plätzchen gebacken.

Für ungefähr 30 St. braucht Ihr:

250 gr. Mehl,

2 TL Zimt,

¼ TL Nelke,

¼ TL Muskat,

1 TL Igwer,

¼ TL Salz,

60 gr. Zucker,

10 gr. Schlagsahne oder Milch,

50 gr. Honig,

50 gr. Butter,

1 EI

Für Glasur:

1 Eiweiß,

200 gr. Zuckerpuder,

2-3 EL Zitronnensaft.

 

  1. Mehl mit allen Gewürzen zusammen mischen. Zucker, Honig, Schlagsahne und Butter in einem Topf auf Stufe 1 langsam zergehen lassen. Immer wieder rühren! Nicht vergessen!
  2. Den Sirup abkühlen lassen und mit dem EI verrühren.
  3. Den Sirup mit dem Mehl verkneten. Den Teig platt und ca. 3 mm dünn ausrollen. Mit beliebigen Ausstechformen gestalten.
  4. Den Offen auf 160°C vorheizen. Die Plätzchen ca. 10-15 Min. lang backen und abschließend abkühlen lassen.

Voilà! Wir haben es fast geschafft!

Für Glasur müssten wir Eiweiß in eine Schneewolke festschlagen. Mit Zuckerpuder und Zitronensaft vermischen und die Plätzchen verzieren.

Natürlich wollten wir die Plätzchen sehr schön mit Spitzenmuster (wie auf dem Bild) gestallten.

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Aber sie sind trotzt unserer sehr kreativen Gestaltung sehr sehr lecker geworden! )))

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